Mamma mia! 30 Jahre Super Mario

Wer hätte sich je träumen lassen, dass ausgerechnet ein kleiner, dicklicher, knollennasiger Klempner in Arbeitsoverall zum erfolgreichsten Videospiel-Helden allen Zeiten avancieren würde? Nicht Superman, nicht Spiderman – nein, Mario, der liebenswerte Nintendo-Held mit der roten Schirmmütze bescherte dem japanischen Unternehmen unglaubliche 260 Millionen verkaufte Spiele.

 

Wie begann Marios weltweiter Siegeszug? Als Anfang der achtziger Jahre so genannte Jump’n'Run-Spiele populär wurden, war Nintendo gerade dabei, den amerikanischen Markt zu erobern. Doch die in Japan entworfenen Spiele wurden jenseits des Pazifiks zum Flop. Der Konzern musste sich etwas einfallen lassen, um seine Arcade-Automaten zu vermarkten. Die Antwort auf das Problem lieferte ein junger Spieldesigner mit “Donkey Kong”, einem typischen Jump’n'Run, in der Spieler den Helden allerlei Hindernissen ausweichen lassen müssen, um ihm die Rettung seiner Freundin zu ermöglichen. Der Held, klein, rundlich und schnauzbärtig, trug einen Overall und hatte noch keinen Namen. Den verpasste ihm Nintendo-Chef Arawaka höchstpersönlich – der kleine Kerl ähnelte dem Eigentümer des von Nintendo gemieteten Gebäudes, Mario Segale. Auf Millionen Heimkonsolen eroberte Klempner Mario von nun an die Welt und die Herzen seiner Fans.

 

Das blieb nicht ohne Folgen. Mario stand Pate für eine Fernsehserie, einen der ersten auf einem Videospiel basierenden Spielfilme (Super Mario Bros., 1993), Actionfiguren, Comics, Gesellschaftsspiele und vieles mehr. Zu den kuriosesten Merchandising-Fundstücken, die das Internet zu bieten hat, zählen z.B. eine Shampoo-Flasche im Nintendo Gameboy-Design, auf dessen Hülle man ein Mario-Minispiel spielen kann, Pantoffeln, eine Mario-Maus für den heimischen PC und erstaunlicherweise sogar echte Autogrammkarten der Videohelden Mario und Luigi. Auch zahlreiche andere Figuren aus dem Mario-Universum werden immer wieder auf Boxershorts, Bettwäsche und Rucksäcken verewigt.

 

Aufgrund des comichaften Aussehens der Figuren – das vor allem den zur Zeit ihrer Erfindung gegebenen Begrenzungen der Hardware geschuldet war – wurde oft fälschlicherweise angenommen, dass Mario für Kinder konzipiert worden sei. Dafür spricht neben dem Design auch das absolute Bekenntnis zur Gewaltfreiheit der Serie. Dem widersprechen allerdings sowohl Mario-Entwickler Shigeru Miyamoto als auch zahlreiche ältere Fans des knollennasigen Klempners. Der Schwierigkeitsgrad der Spiele wurde so konzipiert, dass alle Altersgruppen auf ihre Kosten kommen können.

 

Auch die Beliebtheit Marios in der Pokerszene macht deutlich, dass es auch eine erwachsene Fangemeinde gibt. Viele, die Poker lieben, werden kreativ, um eine Verbindung zwischen ihrem Lieblingsspiel und ihrem Lieblingsvideohelden herzustellen. Das blieb auch den Verantwortlichen bei Nintendo nicht verborgen. Die Antwort auf den Fan-Wunsch: “Picture Poker”, ein in Super Mario 64 DS und New Super Mario Bros. sozusagen als Bonus eingebautes Pokerspiel. Wie originell wahre Mario-Fans sein können, wenn es darum geht, eine Hommage an ihren Helden in ihren Alltag einzubauen, zeigt das Beispiel eines Pokerfans und deviantART-Designers, der gigantische Mario-Mosaiks baute – aus Pokerchips!

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